Halten, was man verspricht

Am 04.07.2008 habe ich einen Computer bei www.One.de (Brunen IT GmbH) bestellt. Die Zeit des selbst zusammen schrauben ist vorbei – ich habe einfach keine Zeit / keine Lust mehr dazu. Im Onlineshop von www.one.de hat mir gefallen, wie bequem man sich die gewünschten – und angeblich aufeinander abgestimmten – Hardwarekomponenten zusammenstellen konnte.

Bei der Auswahl achtete ich bewusst auf Bauteile, die besonders leise sein sollen (Netzteil, Lüfter bzw. Regelung der Lüfter). Gegen einen weiteren Aufpreis wählte ich eine Garantieverlängerung auf 3 Jahre enthalten (Option SER XXL), welche mit folgenden Features angepriesen wurde (Auszug von der Rechnung):

Auszug aus der Rechnung

  • max. 1 Werktag Reaktionszeit im Servicefall
  • schnelle Reparatur innerhalb von 48 Stunden

Meine Geduld wurde das erste mal auf die Probe gestellt, als trotz Bezahlung per Vorkasse die Lieferung recht lange auf sich warten lies. Nun ja, das passiert.

Was dann folgte, habe ich so auch noch nicht erlebt. Aber der Reihe nach:

1. Umtausch: PC zu laut

Bereits kurz nach der Lieferung musste ich den PC zur ersten Reparatur abholen lassen, da er viel zu laut war. In der Werkstattrechnung vom 04.08.2008 war dann auch zu lesen, dass sich die Lüfter nicht in dem verbauten Panel regeln lassen.

Der erste Frust kam hoch: Wieso wurde so ein Bauteil bei diesem PC überhaupt angeboten, wenn doch die Hardware optimal aufeinander abgestimmt sei?

2. Umtausch: PC defekt

Am 29.09.2009 ging der PC nicht mehr an. Der Schaden wurde umgehend gemeldet. Bereits am nächsten Tag wurde der PC dann von der DHL abgeholt. Es folgte langes Warten. Denn entgehen der im Option SER XXL vereinbarten – und von mir bezahlten – Garantiebedingungen war der reparierte PC auch nach mehreren Wochen nicht repariert.

Da mein Frustpegel immer weiter stieg, schrieb ich der Brunen IT GmbH ein Fax in welchem ich vom Kaufvertrag zurück getreten bin. In der Reaktion hieß es, dass ich erst nach drei Reparaturen vom Kaufvertrag zurück treten kann. Auf meine Frage, was mit dem erweiterten Garantieanspruch ist, wurde gar nicht eingegangen.

Erst als in einen Anwalt einschaltete, kam Bewegung in das Ganze: Am 21.10.2009 wurde dann der PC geliefert. Aber: Anscheinend wurde das Gerät von einem Praktikanten repariert. Denn wie man auf dem Foto sehen kann, wurde der SATA-Port durch den falschen Einbau der Grafikkarte abgebrochen:

Daher folgte gleich der

3. Umtausch: Mainboard defekt

Am 28.10.2009 wurde also der PC noch einmal abgeholt. Wie vermutetet wurde auch dieses mal nicht die in der Garantie versprochene „schnelle Reparatur innerhalb von 48 Stunden“ eingehalten. Erst am 04.11.2009 wurde der nun hoffentlich reparierte (?) PC wieder geliefert.

Böses ahnend wollte ich ihn wenigstens mal testen: Und wieder dröhnten mir die Lüfter entgegen. Anscheinend war wieder ein Jumper falsch eingestellt (siehe: 1. Umtausch). Sicher hätte ich den auch schnell selbst reparieren können, das wollte ich jetzt aber aus Prinzip nicht mehr machen. Denn wie geschrieben bin ich ja von meinem Kaufvertrag zurück getreten. Also reklamierte ich den PC erneut.

4. Umtausch: PC zu laut

Auf einmal meldete sich doch jemand bei mir telefonisch und erzählte mir eine herzzerreißende Geschichte von den Technikern, welche im Auftrag der Brunen IT die Computer zusammen bauen. Ich wurde gefragt, was mich bewegen würde, doch nicht von meinem Kaufvertrag zurück zu treten.

Auf meine Frage, warum es bisher niemand für nötig gehalten hat sich mit mir in Verbindung zu setzen oder warum zugesicherte Produkteigenschaften (= erweiterte Garantie) nicht eingehalten werden, wurde nur ausweichend eingegangen.

Da ich im Prinzip mit dem PC zufrieden war, ließ ich mich doch dazu überreden und trat nun doch nicht von meinem Kaufvertrag zurück. Die Entschädigung in Form einer  Logitech G15 Tatstatur (welche übrigens ein wirklich heißes Teil ist) hat mich da sicherlich bei meiner Entschädigung beeinflusst.

Nun könnte man denken: Ende gut, alles gut. Aber nein:

Das Drama geht weiter

Am 21.12.2010 bemerkte ich, dass der eingebaute Card-Reader nicht mehr funktioniert. Also rief ich wieder beim Support an. Nach einigen Versuchen meldete sich tatsächlich jemand, dem ich mein Problem schildern konnte. Da dieser wenig kooperativ war, platzte mir irgendwann der Kragen und ich stellte ihn vor folgende Wahl:

Entweder, ich habe am  28.12.2010 bei mir einen reparierten PC stehen, oder ich trete nun endgültig von meinem Kaufvertrag zurück. Der Herr am Telefon bat mich um Geduld, da er erst Rücksprache mit der Geschäftsführung halten wolle. Ich gab ihm brav alle meine Kontaktdaten (Telefon und E-Mail) und wartete …

Leider rief mich niemand an (irgendwie wunderte mich das nicht nicht), statt dessen bekam ich folgende E-Mail:

E-Mail von Brunen IT

Anscheinend will mich hier ernsthaft jemand verarschen.

Mein Fazit:

Ich bin ein friedlicher Mensch, mit dem man über alles reden kann. Aber irgendwann ist bei mir auch Schluss. Leider ist mein Anwalt derzeit im Urlaub, aber der ist auch irgendwann vorbei.

Für mich hat das Ganze doch ein positives Ende: Da mir der komplette Kaufpreis erstattet werden muss, kann ich mir nun einen neuen PC mit aktueller Hardware gönnen. Sicherlich wird klar sein, dass ich diesen nicht bei www.one.de oder einer der anderen Webseiten, die von der Brunen IT GmbH betreut werden, kaufen werde.

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4 Antworten auf Halten, was man verspricht

  1. Phi sagt:

    Na das klingt ja nach Spaß. Wieso haste net einfach nen Fusi oder HP Rechner bei deinem Großhändler bestellt ? passende Graka rein und Zocken is auch möglich. Diese „Selbstbau-Frickelkisten“ sind zwar billiger aber meist auch „wartungsintensiver“.

    Beste Grüße aus dem verschneitem Belgien :o)
    Phi

  2. Felix Kothe sagt:

    Was für eine Story! Daraus könnte man direkt ein Hollwood-Drama machen. Am besten find ich ja das Foto mit dem abgebrochenen SATA-Port. Da erkennt man, dass scheinbar richtig fähige Leute am Werk waren! Alter Schwede, was für ein Schlamassel…

    Ein erschütterndes Beispiel für die Service-Wüste Deutschland. Traurig.

    • Labla sagt:

      Zum Glück handelt es sich hierbei nur um ein Extrem-Beispiel für schlechten Service, was – hoffentlich – die absolute Ausnahme ist … Oder irre ich mich da?

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